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09.01.20

Cathédrale, Champagne et Crustacés

Ein Spektakel der Sinne - Unterwegs mit den ersten Sommeliers unserer Partnerschule in Reims

Die sechste gastronomische Austauschrunde mit unserer Partnerschule, dem Lycée Gustave Eiffel in Reims, wurde Ende November beendet. Hier Teil 1 des Berichts: Besuch in Reims vom 09.09. bis 28.09.2019

Eine dynamisch durch Ton und Licht in Szene gesetzte Kathedrale, eine nächtliche Open-air-Käse-Verkostung mit korrespondierendem Champagner und ein Gästekreis aus jungen, neugierigen Gastronomen, der sich gerade erst zusammen gefunden hat – Gründe genug, seinen Geburtstag während eines Praktikantenaustauschs in Reims zu feiern?

Allemal! Die farbenprächtige Multimedia-Lichtshow „Rêve de Couleurs“ auf der gesamten Front des mächtigen Bauwerks aus dem 13. Jahrhundert war sicherlich einer der emotionalen Höhepunkte des dreiwöchigen Aufenthalts in Reims. Hier wurden insgesamt 25 französische Monarchen gekrönt – was auf eine traditionell exzellente gastronomische Expertise schließen lässt.

Was interessiert uns denn besonders an der französischen Gastronomie?“, war eine Frage, die sich die neun teilnehmenden Auszubildenden aus Restaurantfach, Hotelfach und Küche bei einem Vorbereitungstreffen stellten. „Krusten- und Schalentiere!“, kam prompt die Antwort von Tobias, Koch-Auszubildender. „Die gehören einfach zum Champagner.“ Also war der Schwerpunkt unseres Besuchs bei unseren französischen Partnern gefunden.

Ideale Begleiter sowohl in sprachlicher als auch in sensorischer Hinsicht wurden die acht ersten Sommeliers, die unsere Partnerschule seit September 2019 ausbildet. Diese einjährige Zusatzqualifikation im Anschluss an ein berufliches Abitur vermittelt fundierte Kenntnisse in der Herstellung, den Angebotsformen und der Geschmacksvielfalt von Champagner. Champagner verkaufsfördernd und treffsicher zu beschreiben, das ist das Ziel.

Nach dem täglichen Tandem-Sprachkurs ging es also gemeinsam in die weltberühmten Champagnerhäuser LANSON und TAITTINGER.

Die Unternehmensgruppe LANSON, seit dem Jahr 1900 offizieller Hoflieferant des englischen Königshauses, besticht durch eine top moderne Kellerwirtschaft. Unzählige meterhohe Fässer aus glänzendem Edelstahl stehen kunstvoll nebeneinander. Jedes trägt den Namen der Weinbaugemeinde, der die Trauben entstammen: in goldenen Lettern, liefern sie Chardonnay, in schwarzer Schrift, erzeugen sie Pinot noir und Pinot meunier – die drei traditionellen Trauben zur Champagnerbereitung. Draußen auf dem einzigen Weinberg innerhalb des Stadtgebiets von Reims werden die Rebstöcke mit klassischer Musik beschallt – „la cuvée de prestige“ – hier werde die Spitze der Qualitätspyramide erzeugt, so sagt man.

Die galloromanischen Kreidekeller von TAITTINGER, Weltkulturerbe! Insgesamt ziehen sich heute unterirdische Tunnel über 14 km hinweg auch als Ergebnis des Kreideabbaus für den Städtebau. Bei einer gleichbleibenden Temperatur von 8 Grad reifen und lagern hier die edlen Tropfen des Familienunternehmens auf den traditionellen Rüttelpulten.

Neben Champagner konnten die jungen Gastronomen weitere regionale Köstlichkeiten entdecken, etwa den Biscuit rose, den rosafarbenen Biskuit von „Fossier“, der ältesten Plätzchen-Manufaktur Frankreichs oder den Ratafia, einen Aperitif aus Traubenmost und Weinbrand, der ihnen zusammen mit raffinierten Macarons im feinen „Café du Palais“ nach der Stadtführung offeriert wurde. Fehlen noch die „Crustacés“: „Anschließend gingen wir in die Berufsschule, wo bereits das Mittagessen zur feierlichen Verabschiedung aufgebaut wurde. Neben Champagner und Wein gibt es eine kleine Pasta-Auswahl sowie Meerestiere zum Probieren als Buffet aufgebaut. Austern, Muscheln, Schnecken – ansprechend garniert auf drei riesigen Platten, welche auf Eis gelegt wurden. Angehende Restaurantfachleute kümmern sich um unser Wohl und servieren via Flying Dinner kleine Häppchen auf einem Tablett, gespickt mit Muscheln, Garnelen, Avocadocreme…“ (Marcel, Hotelfachmann). 

Besser vorbereitet konnte unser Team nicht sein, um nach der ersten sozio-kulturellen Woche und einem Blitzausflug ins nahe gelegene Paris nun in das zweiwöchige Praktikum in ausgesuchten Restaurants der Stadt zu starten. Und besser kann auch das Fazit nicht sein: „Diese drei Wochen haben einen erheblichen Einfluss auf mich genommen. Da ich ein Jobangebot bekommen habe, weiß ich nun, dass ich im Ausland tatsächlich Fuß fassen kann und einmal selbst im Ausland zu arbeiten oder eine Zeit lang dort zu leben, erscheint mir nicht mehr so fern wie zuvor. (Eva, Hotelfachfrau und Geburtstagskind)

PS:

Finanziert wird dieses interkulturelle Programm von der Deutsch-Französischen Agentur in der beruflichen Bildung ProTandem in Saarbrücken. ProTandem hat uns neben den materiellen Leistungen auch eine Sprachbegleiterin und eine Sprachlehrerin für den Tandemkurs zur Seite gestellt. Wir bedanken uns sowohl bei unseren ProTandem-Ansprechpartnern als auch bei Sabine Ruhnau und Petra Désort für ihre berufliche und personelle Kompetenz und ihr außerordentliches Engagement.

Ein Dankeschön geht zudem an die Betriebe, die ihren Auszubildenden die Teilnahme an unserem Projekt ermöglicht haben. In Mainz: Atrium Hotel, Favorite Parkhotel, Hilton Mainz, IntercityHotel Mainz, Weinhaus Schreiner; in Bingen: NH Bingen, Stift St. Martin, Zollamt Restaurant; in Ingelheim: Wasems Kloster Engelthal 

Ein Dank und Riesenlob an unsere Auszubildenden. Was für ein besonderes Aushängeschild der jungen gastronomischen Generation! Vorbildlich, mit Herzblut und professionell!

Nicht zuletzt gilt unser besonderer Dank unseren französischen Kollegen. Einmal mehr haben sie sich unseren Wunsch zur Aufgabe gemacht. Mit höchster Geling-Garantie. MERCI.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von: OStR‘ Heidi Petzold

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