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19.09.19

Westerwald-Klassenfahrt der EHIE-16 – ein Rückblick

Treffpunkt war der Campingplatz am See von Freilingen im Westerwald. Obwohl eine Straßensperrung kurz vorher zu einem 20km Umweg einlud, waren alle pünktlich angekommen. Als erfahrene  Informationselektroniker (u.a. im Service tätig) im 4. Lehrjahr waren solche Dinge natürlich eingeplant. Nachdem sich alle einen ruhigen Zeltplatz am Ende des Campingplatzes ausgesucht hatten (man wollte ja niemanden stören oder gestört werden) wurden die Zelte schnell aufgebaut. Man merkte einfach, dass hier bereits Erfahrungen aus anderen Bereichen vorhanden waren. Jetzt musste eingekauft werden – die Wahl fiel auf den 7 km entfernten Lidl, der ein breites Sortiment im Angebot hatte. Nach einem kleinen Snack auf dem Zeltplatz ging es dann auch los.

Die Sache mit der Kuh
Im Angebot stand eine Adventure Tour mit 12 km Länge. Neben gutem Schuhwerk sollte man auch etwas zu trinken dabei haben und etwas Training mitbringen. Nach ca. 6 km, nachdem wir uns auf dem Wald-Sofa ausgeruht hatten, gab es die Möglichkeit die Tour auf neuen Wegen wieder zum Ausgangspunkt zurück zu finden. Es bot sich das weglose Weidenland (kürzer) und die Wildnispfade im Bergland an. Die Hälfte der Gruppe entschied sich für das Weideland, wobei Yannick mit der Komoot App sich gut auf die Navigation vorbereitet hatte. Als ein eingezäunter Weideplatz kam, meinte Mick doch einmal ausprobieren zu müssen, ob dieser unter Strom steht. In der Regel liegt zwischen Erde und Zaunleitermaterial eine Spannung von 6000V -8000V an. Sobald ein Tier eine Verbindung zwischen Erde und Zaunleitermaterial herstellt, wird der Stromkreis geschlossen und ein Strom fließt, so dass das Tier zurück weicht. Als er den Zaun anhob, damit die anderen die Stelle passierten konnten, bekam er jede Sekunde einen schönen Stromstoß, den er mit einem lauten Aufruf quittierte. Als sich in der Gruppe noch nichts bewegte gab er das direkte Kommando doch unter dem Zaun durchzugehen, da er diesen nicht mehr lang halten könne. Auf eine ausführliche Stromfluss Berechnung mit Optimierung des Körperwiderstandes hatte der Schüler aus Zeitgründen verzichtet. Nachdem nun alle über die Weide liefen, bemerkten sie ein paar Kühe, die hier grasten. Als die Gruppe näher kam und auf Kuschelkurs mit den Kühen gehen wollte, war eine Kuh nicht damit einverstanden, die sich in Ihrem Revier bedroht sah. Die Kuh zeigte Ihr Nichteinverständnis gegenüber den Eindringlingen, indem sie direkt auf diese zu rannte. Die Gruppe der Schüler blieb zunächst unschlüssig, was denn nun zu tun sei, da so eine Situation ja nicht zu den Ausbildungsinhalten gehörte. Als das Vieh dann doch schnell näher kam, griff der Fluchtreflex und man rannte Richtung Zaun. Einigen gelang es diesen mit einem gezielten Sprung zu überwinden – andere schafften es nicht beim ersten Versuch, zumal sich die Frage stellte, ob dann der Zaun die Kuh zurück halten würde. Hinter dem Zaun befand sich leider ein kleiner Schlammtümpel. Das hatte zur Folge, dass darin ein Schuh stecken blieb, auf den man erst mal verzichten musste, da die Kuh im Anmarsch war. Ein anderer verlor sein Gleichgewicht und nahm direkten Kontakt mit dem Matsch auf. Als sich die Gruppe in sicherer Entfernung wieder gesammelt hatte, hört man den Triumph Schrei der Kuh, welche die Eindringliche vertrieben hatte. Mit etwas Mut konnte der verloren gegangene Schuh wieder zurückgeholt werden. Danach erreichten sie wohlbehalten das Zeltlager und reinigten Ihre Sachen.

Das Päckchen im Turm
Die andere Gruppe hatte sich für die Berge entschieden. Schon bald stellte sich heraus, dass dieser Weg beschwerlicher und länger war. Nachdem man über einige schmale Pfade den Aussichtsturm Helleberg erreichte, entschieden sich einige unten Wache zu halten, da sich eine unbekannte Gruppe oben auf dem Turm in einer fremden Sprache unterhielt (oder weil sie zu müden waren). Die anderen erstiegen die gefühlten 500 Stufen und kamen mit einem Drehwurm oben an. Ein Treffen der beiden Gruppen schien unvermeidlich – hier half ein freundliches Hallo, um zu zeigen, dass man nur Wanderer war und die Aussicht genießen wollte.  Nach ein paar Blicken auf die Uhr und ein paar internen Zeitangaben, verließ die andere Gruppe den Turm. Zurück blieb ein Päckchen, das oben auf einem Stahlträger gut verpackt da lag. Es musste jemand absichtlich hingelegt haben, soviel stand fest. Wer war das wohl? Die Frage sollte unbeantwortet bleiben. Ein Schüler war mutig und holte das Päckchen herunter und machte es auf. Im oberen Teil befanden sich nur Sonnenblumenkerne, der untere Teil wurde nicht durchsucht. Die Zeit drängte zum Weitergehen, denn die anderen mussten schon am Ziel angelangt sein. Der Weg wurde zunehmend schlechter – er war zugewuchert und mit kurzen Hosen, die einige trugen, war es mit Sicherheit kein Vergnügen, ihn zu bewältigen. Nur einige Wegmarkierungen an den Bäumen bezeugten, dass man sich noch auf dem richtigen Weg befand. Nachdem man noch verschiedene Feuchtgebiete gut gemeistert hatte, war der Campingplatz wieder in Sichtweite.

Die Aufgabe:
Als man auf dem Campingplatz wieder vereint war, gab es natürlich einiges zu erzählen – auch war es an der Zeit, das Essen vorzubereiten, denn auf eine ölige Pizza hatte zu diesem Zeitpunkt noch niemand Lust. Es sollte gegrillt werden, was sich etwas schwieriger herausstellte, als geplant, da die Grillkohle nicht optimal brannte. Technische Hilfsmittel wie pfeifende Pumpen vermochten hier die Glut zum Glühen zu bringen. Nach dem Essen war jeder gestärkt, so dass man nun die gestellte Aufgabe lösen konnte: Es sollte ein mobiles Satelliten Empfangssystem aufgebaut und auf verschiedene Satelliten eingemessen werden. Nach kurzer Zeit hatte Andi die Satelliten Schüssel aufgebaut und sie war empfangsbereit. Die Schüssel, wie sie von uns bezeichnet wurde besteht aus einem Parabolspiegel und einem LNB (Low-Noise-Block). Der LNB ist der eigentliche Empfänger in der SAT-Schüssel ist. Es ist eine elektronische Baugruppe, die Im Zentrum der Parabolschüssel montiert, die Satellitenfrequenz von 10,7 bis 12,75 GHz auf den Bereich 950–2150 MHz umwandelt. Erst dadurch können die Daten über ein Koaxial Kabel zum  Receiver übertragen werden. Neben dem Reciver hatten wir auch einen 55 Zoll LCD-TV von Philips als Test TV mit dabei.

Um die Schüssel exakt auf den jeweiligen Satelliten auszurichten ist nun für den Profi ein Satelliten Messgerät notwendig, das die einzelnen Transponder der Satelliten genau anzeigt und so eine exakte Ausrichtung ermöglicht. Dabei muss man zunächst das Handbuch lesen, damit man das Gerät auch richtig anwenden kann. Die meisten Haushalte in Deutschland richten ihre Schüssel zu den Satelliten auf der Position Astra 19,2 Grad Ost aus. Dazu nutzt man einen Kompass vom Handy, um die Schüssel grob auszurichten. Ist kein Messgerät vorhanden, so kann man einen TV mit eingebautem Sat-Receiver an die Anlage anschließen und direkt auf dem Bildschirm nachschauen, wie gut die Signalqualität ist (am besten um die 90, geht auch mit 55). Diese Kennzahl ist wichtiger als der Signalpegel, der min 25% sein sollte.

Nachdem nun der Astra mit allen Sendern in ausgezeichneter Qualität empfangen wurde, bestand die Aufgabe darin die Schüssel auch auf andere Satelliten auszurichten. In Frage kamen Hotbird, Eurobird, Turksat, Intelsat, Hispasat, Eutelsat (über den man auch Internet empfangen kann), Thor und Astra2 und Astra3. Wir hatten Spaß dabei die Schüssel auf die einzelnen Satelliten einzudrehen und uns die fremdartigen Sendungen anzuschauen. Selbst bei einer Türkischen Live Show (Turksat) gaben wir unsere Quoten mit dem Handy ab. Gegen 01:30 Uhr überkam es dann den einen oder anderen noch einmal und die Gruppe begann die unterschiedlichsten Satelliten einzudrehen. Später baute man dann wieder alles ab, da die Gertätschaften nicht nass werden durften.

Boot fahren mit Musik:
Nach einem gemeinsamen Frühstück standen wir am nächsten Tag auf und umrundeten den See. Dabei kam der Gedanke, sich doch einmal ein Boot auszuleihen. Nach dem erfolglosen Warten auf den Bootsverleiher, teilte uns die Campingplatzwartin mit, das Boot einfach so in Betrieb zu nehmen. Das wurde dann auch erfolgreich in die Tat umgesetzt. Da es ziemlich ruhig auf dem See war entschloss man sich das Boot in ein Party Boot umzufunktionieren, vielleicht auch, um die Mädels am Strand anzulocken. Eine Teufel-Rockstar Box mit 72W Sinus wurde geholt und die Seeparty konnte mit elektronischer Musik beginnen. Nachdem dann die Mädels und selbst die Fische den See verlassen hatten, beschloss man das Projekt zu beenden. An Schlaf war natürlich noch nicht zu denken, denn es musste Essen gekocht werden. Dazu nutze man wieder den Grill – diesmal jedoch mit neuer Grillkohle, die auch sofort brannte. Nachdem alle gestärkt waren, wiederholte man die gelernten Inhalte an der Satelliten Anlage.  

Mit viel Begeisterung und vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen fuhren alle wieder am nächsten Tag zurück nach Mainz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von: StR Eckhard Linner

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