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06.07.19

Prag – eine beeindruckende Stadt mit zwei Gesichtern

Zum Abschluss der Klassenstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums hatten die Stammkurse Mathematik, Physik, Chemie und Informatik die Möglichkeit, die über 1,3 Millionen Einwohner fassende Hauptstadt der Tschechischen Republik kennenzulernen. Wenige Tage reichen bei Weitem nicht aus, um diese lebendige und (mittlerweile leider) von Touristen überlaufene Stadt in ihrer beeindruckenden Vielfalt vollends zu erkunden. Doch das kulturelle Rahmenprogramm, das die betreuenden Lehrkräfte Katharina Schmitz, Claudia Krimpmann, Rainer Fink, Iris Dürre und Carolyn Wesp für die knapp 70 teilnehmenden Schüler/innen zusammengestellt hatten, bot ausreichend Freiraum für eigenständige Stadterkundungen in Kleingruppen.

Eine erste Möglichkeit, die Atmosphäre Prags aufzunehmen bot sich gleich am Tag der Ankunft (Sonntag, 23.06.2019). Nach dem Bezug der Hotelzimmer konnten die verbleibenden Abendstunden dazu genutzt werden, einen ersten Eindruck vom nahezu unüberschaubaren Angebot an Einkaufs- und Essensmöglichkeiten zu erhalten. Als eines der typischen tschechischen Gerichte konnte man sich etwa Gulasch mit Knödeln und Sauerkraut bestellen.

Nach der ersten Nacht in Prag starteten wir den Tag mit einer Stadtführung. Mit der U-Bahn ging es unter Anleitung der drei Reiseleiterinnen in geteilten Gruppen in die Innenstadt. Startpunkt der Führung war die weltberühmte Karlsbrücke, die mit ihren 520 m Länge und 10 m Breite wie kein zweites Bauwerk das romantische Prag verkörpert. Zu Fuß ging es weiter zum Altstädter Ring, Prags berühmtem Hauptplatz: Die von architektonischen Glanzstücken aus beinahe 1000 Jahren eingekreiste Freifläche ist ein wahrer Touristenmagnet. Höhepunkt ist für viele die über 500 Jahre alte Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus, die zu jeder vollen Stunde ihre „Vorstellung“ zeigt und deren Ziffernblatt als Meisterwerk gilt. Ein weiterer Anlaufpunkt unserer Führung war die Josephstadt, in der wir spannende Einblicke in die lange und tragische Geschichte von Prags jüdischer Bevölkerung erhielten. Aus dem Gesamtrepertoire an Sehenswürdigkeiten und historischen Gegebenheiten, die wir kennenlernen durften, seien hier nur diese drei genannt.

Während der Stadtführung wurde uns auch das „zweite Gesicht“ der Stadt vor Augen geführt. Korruption ist an der Tagesordnung und Kriminelle versuchen Touristen auszunehmen, wo es nur geht: ob in einer der zahlreichen Wechselstuben (in Prag zahlt man mit Tschechischen Kronen) oder auf der Straße beim Schlendern durch die Fußgängerzone (Straßendiebe). Die Reisegruppe war jedoch bestens auf die Gegebenheiten vorbereitet, so dass es zu keinerlei Zwischenfällen kam.

In Anbetracht der Außentemperaturen, die ähnlich wie derzeit in Deutschland nahe an der 40 °-Marke lagen, kam uns die für den kommenden Tag geplante Kanutour sehr entgegen. Der Fluss Beraun, der wasserreichste Nebenfluss der Moldau, bot uns ruhiges Gewässer und eine entspannte Atmosphäre in der Natur. Ein kurzer Zwischenstopp während der dreistündigen Fahrt in Zweier-Kanus ermöglichte uns die Besichtigung interessanter Felsformationen mit umfangreichen Höhlensystemen, in denen wir uns bei gefühlt eisigen Temperaturen abkühlen konnten. Für (willkommene) Abkühlung sorgte auch der ein oder andere „versehentliche“ Wasserspritzer beim gemeinschaftlichen Befahren des Flusses.

Als Alternativprogramm für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Kanufahrt teilnehmen konnten, haben Herr Fink und Frau Wesp den Besuch des Nationalen Technischen Museums in Prag angeboten, das eindrucksvoll die Geschichte von Technik, Naturwissenschaften und Industrie der vergangenen 100 Jahre zeigt.

Der dritte und letzte ganze Tag in Tschechien sah als Rahmenprogramm die Fahrt nach Theresienstadt vor, einer ursprünglich (im 18. Jh.) als Festung errichteten und etwa 60 km von Prag entfernt liegenden Stadt. Die Besichtigung des enthaltenen „Ghettos“, das in der NS-Zeit als Deportations- und Sammellager fungiert hat, hinterließ einen bleibenden emotionalen Eindruck – ein wichtiger Baustein des Erinnerns an die menschenunwürdigen Zustände, deren Gedächtnis uns stets wachhalten sollte in unserem Streben nach mehr Mitmenschlichkeit.

Nach all diesen bewegenden Eindrücken und einem letzten Abend in den Straßen Prags ging es am Donnerstag (27.06.2019) mit dem Doppeldeckerbus zurück nach Deutschland, so dass alle Schüler/innen am Freitag ihre Zeugnisse in Empfang nehmen konnten.

 

 

 

 

 

 

Von: StR‘ Katharina Schmitz

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