Print
01.05.17

Comics für mehr Energie-Effizienz

Ein Comic-Schnellkurs mit einem professionellem Zeichner, die Erkundung einer Schul-Baustelle, Schüler aus fünf Ländern, die sich über Energie-Effizienz Gedanken machten: Das Erasmus-Treffen in Chalon-sur-Saône bot vom 2. bis 8. April viele Eindrücke zu einem zukunftsträchtigen Thema. Zum „grande finale“ der zweijährigen Schul-Partnerschaft reisten fünf Schüler der BBS 1 zusammen mit Petra Schlüter und Carsten Mey nach Burgund. Neben den Gastgebern und den Mainzern waren Institutionen aus Aalborg (Dänemark), Graz (Österreich) und Akureyri (Island) beteiligt. Unter dem Titel „Sustainability 24/7“ beschäftigten sich die Partner bei Treffen an den jeweiligen Schulen mit verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit. In Chalon stand die Energie-Effizienz von Gebäuden im Mittelpunkt. Die Erasmus+ Projekte werden mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Schülergruppe der BBS 1 repräsentierte eine breite Palette an Vollzeitschulen. Die HBF DK und das Berufliche Gymnasium waren mit jeweils zwei Schülerinnen vertreten, ein Schüler kam aus der BF 2.

Vor dem Treffen hatten die Teilnehmer Informationen zu ihren Schulgebäuden gesammelt. Die Mainzer recherchierten mit Hilfe Martin van Limbecks und der Hausmeister bauliche Details wie die verwendeten Materialien, Dämmungen und Fenster sowie die Ausstattung der Räume mit technischen Geräten. Zum Auftakt der Projektarbeit in Frankreich stellten die einzelnen Gruppen sich, ihre Schule und ihre Stadt vor. Danach verglichen die Jugendlichen in gemischt international besetzten Gruppen in der Arbeitssprache Englisch ihre Gebäude miteinander. Kleine Experimente machten die Ergebnisse noch greifbarer. Die Teilnehmer maßen den Energieverbrauch von verschiedenen Glühlampen und experimentierten mit Isolierungen. Sie setzten dabei auch Wärme-Kameras ein. So konnten sie ausrechnen, wie die Energie-Effizienz der Schulen gesteigert werden könnte.

In der Mainzer Partnerstadt Dijon besichtigten die Schüler einen Büroturm, der in dieser Hinsicht bereits vorbildlich ist. Der 2009 fertig gestellte Tour Elithis erzeugt in Jahren, die klimatisch günstig sind, bis zu 1,5 Prozent mehr Energie als er verbraucht. Dies liegt unter anderem an der Gestaltung der Fassade und den Photovoltaikanlagen.

Vertrautes Gelände betraten die Vertreter der BBS 1 bei einer weiteren Exkursion. Das Lycee Leon Blum in Le Creusot wird wegen der Zusammenlegung zweier Schul-Standorte umgebaut. Dabei berücksichtigen die Planer neben der Zugänglichkeit auch ökologische Belange. Architektonisch herausfordernd macht das Projekt der Höhenunterschied von 20 Metern auf dem Gelände. Wie auf dem Mainzer Hartenberg findet der Um- und Neubau im laufenden Betrieb statt. Die baustellenerprobten Schüler aus Mainz fanden den Blick hinter die Kulissen spannend und konnten den neuen Erasmus-Freunden von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. 

Noch nicht ganz so weit wie das Lycee Leon Blum ist die Partnerschule in Chalon. Der zuständige Architekt Francois Chambaud berichtete vom anstehenden Umbau und der Renovierung. Diese werden erst im kommenden Sommer starten, allerdings plant man, bereits im Sommer 2018 fertig zu sein. Dann wird unter anderem eine Krankenpfleger-Schule das Gelände neu beziehen, der momentan brach liegende Innenhof soll sich in einen parkartigen Campus verwandeln. Praktische und ökologische Aspekte müssen hierbei mit dem Denkmalschutz in Einklang gebracht werden. Mit dem Baujahr 1930 ist das Ensemble nach französischem Recht alt genug hierfür.

Waren einige Schüler zunächst verwundert, warum ein professioneller Comic-Zeichner seine Künste an der Tafel demonstrierte, klärte sich dies jedoch bald auf. Mit Hilfe von Jean Louis Thouard, der unter anderem Grafische Romane zu Edgar Allan Poes Erzählungen veröffentlicht hat, sollten die Schüler selbst künstlerisch tätig werden. Aus ersten Ideen und groben Konzepten entstanden im Laufe eines Nachmittags kurze Comics, die zum Nachdenken über den Verbrauch von Energie anregen sollten oder eine Idee zu deren effektiver Nutzung zeigten. Die Lehrer nutzen diese Arbeitsphasen, um den Abschlussbericht des Projekts vorzubereiten und eine weitere Kooperation zu planen.

Auch der kulturelle Teil darf bei einem Austausch nicht fehlen. Die Schüler konnten Frankreich hautnah in ihren Gastfamilien erleben. Chalon entdeckten sie mit einer Stadtrallye und auch in Dijon blieb etwas Zeit, um die Stadt zu erkunden. Im mittelalterlichen Städtchen Beaune besichtigte die Gruppe das bekannte Hôtel-Dieu. Das 1443 gegründete Krankenhaus lässt die damalige Epoche lebendig werden und zeigt die tiefe Vernetzung von Glauben, Heilkunst und Alltag. Förderlich für das Gruppenklima war neben diesen Aktivitäten der Spätnachmittag im Kletterwald, den die französischen Schüler organisiert hatten. Bei einem Abschluss-Abend mit Buffet tauschten die Jugendlichen quer durch alle Nationen fleißig Handynummern aus, damit der Abschied nicht ganz so schwer fällt. Auf der Rückfahrt im TGV schwelgte die deutsche Gruppe in Erinnerungen und die 20-jährige Carina brachte die Stimmung auf den Punkt: „Wann ist endlich das nächste Projekt?“

 

 

 

 

 

 

 

 

Von: StR Carsten Mey

News bbs.eins.mainz

Pressegespräch mit Ministerpräsidentin Dreyer

Am 24.09.2019 fand ein Pressegespräch der Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der ...

Erasmus + verbindet Mainzer und Krakauer Schüler

Zehn Auszubildende der Bereiche Kfz-Mechatronik, Mechatronik, Feinwerkmechanik sowie ...

Schulpartnerschaft Bordeaux-Mainz

Zehn Auszubildende zum Medientechnologen Druck und zum Mediengestalter Digital ...

Westerwald-Klassenfahrt der EHIE-16 – ein Rückblick

Treffpunkt war der Campingplatz am See von Freilingen im Westerwald. Obwohl eine ...

BBS1 beim Netzwerktreffen der Europaschulen 2019

Auch dieses Jahr hat die BBS1 Mainz, vertreten durch das Lehrerinnenteam Gabriele ...

[mehr News]