Suche
Suche

ZI 24 unterwegs im Schwarzwald

09.09.2026

Theorie trifft Praxis – Holzbau, Nachhaltigkeit und Handwerk hautnah erleben

Wie wird aus theoretischem Wissen gelebte Handwerkspraxis? Und wie kann der traditionelle Baustoff Holz einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Bauen leisten? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Zimmerer-Auszubildenden der Klasse ZI 24 bei ihrer mehrtägigen Exkursion in den Schwarzwald auf den Grund.

Die Fahrt bot den Schülerinnen und Schülern die besondere Gelegenheit, Inhalte aus dem Berufsschulunterricht unmittelbar mit der Praxis zu verknüpfen. Was im Unterricht anhand von Zeichnungen, technischen Daten, Werkstoffen und Konstruktionsprinzipien erarbeitet wird, konnte an verschiedenen außerschulischen Lernorten konkret erlebt und nachvollzogen werden.

Moderne Gebäudehüllen und nachhaltige Materialien

Eine zentrale Station der Exkursion war pro clima. Dort beschäftigten sich die Auszubildenden intensiv mit den Themen Luftdichtheit, Feuchteschutz und Gebäudehülle. Die theoretischen Grundlagen aus dem Unterricht wurden durch praxisnahe Beispiele anschaulich ergänzt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine fachgerechte Planung und Ausführung für die Energieeffizienz, den Feuchteschutz und die Langlebigkeit eines Gebäudes sind.

Bei GUTEX stand das Thema ökologisches und nachhaltiges Bauen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in die Herstellung und Anwendung von Holzfaserdämmstoffen und konnten sich mit deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzen. Besonders deutlich wurde dabei die Bedeutung der Materialwahl für ein zukunftsorientiertes Bauwesen. Nachwachsende Rohstoffe, ressourcenschonende Herstellungsverfahren und energieeffiziente Konstruktionen sind wichtige Bausteine für nachhaltiges Bauen.

Präzision durch moderne Technik

Auch bei MAFELL konnten die angehenden Zimmerer ihre fachlichen Kenntnisse erweitern. Moderne Maschinen, innovative Bearbeitungstechniken und präzise Fertigungsverfahren zeigten, wie sich traditionelles Handwerk und moderne Technologie miteinander verbinden lassen.

Für die Auszubildenden wurde dabei greifbar, dass moderne Maschinen zwar die Arbeit erleichtern und die Präzision erhöhen, ein fundiertes Verständnis von Konstruktion, Material und handwerklichen Zusammenhängen jedoch unverzichtbar bleibt. Gerade diese Verbindung von technischem Wissen, handwerklichem Können und digitaler Unterstützung prägt das moderne Zimmererhandwerk.

Nachhaltigkeit – gestern, heute und morgen

Bei Thoma Bau konnten die Schülerinnen und Schüler erleben, wie nachhaltige Holzbaukonzepte in der Praxis umgesetzt werden. Dabei wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit im Bauwesen ganzheitlich betrachtet werden muss: von der Auswahl der Rohstoffe über Konstruktion und Energieeffizienz bis hin zur Langlebigkeit eines Gebäudes.

Einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit bot anschließend der Besuch der Vogtsbauernhöfe in Gutach. Die historischen Schwarzwaldhöfe zeigten eindrucksvoll, wie bereits vor mehreren Jahrhunderten mit regional verfügbaren Materialien und durchdachten Holzkonstruktionen gebaut wurde. Traditionelle Holzverbindungen, beeindruckende Dachkonstruktionen und die konsequente Nutzung des Werkstoffs Holz machten deutlich, dass viele Prinzipien des nachhaltigen Bauens keineswegs neu sind.

Der direkte Vergleich zwischen historischen Bauweisen und modernen Holzbautechnologien war für die Auszubildenden besonders interessant. Er zeigte: Gutes Handwerk verbindet Tradition und Innovation.

Gemeinsam lernen und erleben

Neben den zahlreichen fachlichen Eindrücken stärkte die Exkursion auch die Klassengemeinschaft. Die gemeinsame Zeit außerhalb des Schulalltags bot Raum für Gespräche, Austausch und gemeinsames Erleben.

Eine besondere Erfahrung war dabei die Unterbringung im Heuhotel Hasenhof in Hornberg. Die außergewöhnliche, naturnahe Unterkunft passte hervorragend zum Thema der Exkursion und bot der Klasse eine gemütliche Atmosphäre für die gemeinsamen Abende. Die besondere Übernachtung im Heu und die herzliche Gastfreundschaft machten den Aufenthalt zu einem weiteren Highlight der Fahrt.

Eine Exkursion mit nachhaltigem Eindruck

Die Schwarzwald-Exkursion der ZI 24 hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Mehrwert Lernen an außerschulischen Orten für die berufliche Ausbildung bietet. Theoretische Grundlagen wurden praktisch erfahrbar, bekannte Unterrichtsinhalte konnten in realen Anwendungen wiedererkannt und neue Erkenntnisse unmittelbar gewonnen werden.

Gleichzeitig wurde deutlich, welche Verantwortung das Zimmererhandwerk für die Zukunft des Bauens trägt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und bietet vielfältige Möglichkeiten für energieeffizientes, ressourcenschonendes und langlebiges Bauen. Nachhaltigkeit, technischer Fortschritt und handwerkliche Qualität gehören dabei untrennbar zusammen.

Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Klassenlehrerteam für die Organisation, Vorbereitung und Begleitung der Exkursion. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei Herrn Reck von der DEG für die finanzielle Unterstützung, durch die diese wertvolle Erfahrung für unsere Auszubildenden ermöglicht wurde.

Die Exkursion bleibt damit nicht nur als abwechslungsreiche gemeinsame Zeit in Erinnerung, sondern vor allem als praxisnahe Lernreise, die Theorie und Handwerk miteinander verbunden und den Blick für die nachhaltige Zukunft des Zimmererhandwerks geschärft hat.

 

Von: Klasse ZI 24