Startseite » Aktuelle Themen » News » BBS 1 folgt dem Lockruf der Wissenschaft
Bei der 23. Auflage des Mainzer Wissenschaftsmarktes gab es zwei Premieren – und die BBS 1 war am 12. September mit insgesamt sieben Klassen bzw. Kursen dabei. Bisher fand die Veranstaltung im Schatten des Doms statt, diesmal baute die Mainzer Wissenschaftsallianz als Ausrichterin die Zeltstadt für zahlreiche forschende Institutionen und Firmen vor dem Landtag auf. Zusätzlich gab es eine weitere Neuerung: Zum ersten Mal war der Markt nicht nur samstags und sonntags für die allgemeine Öffentlichkeit geöffnet, sondern bereits freitags exklusiv für Schulklassen. Dem Lockruf der Forschung folgten von der BBS 1 die Klassen BVJ 25 a, beide BF 1-Klassen mit Fachrichtung Ernährung, die BF 2 25 b sowie ein Ethik-Kurs und zwei Englisch-Kurse des Beruflichen Gymnasiums.
Um ein schülergerechtes Programm anzubieten, planten Helmholtz-Institut, Bioscientia, Gutenberg-Museum und Co. Module von je 45 Minuten, die für die einzelnen Schulklassen gebucht werden konnten. Somit waren die Lehrer gefragt, ein abwechslungsreiches und zur jeweiligen Gruppe passendes Programm zusammenzustellen.
Die BF 2 25 b begann den Tag im wahrsten Sinne des Wortes ganz entspannt. Expertinnen des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung gaben Tipps zum Umgang mit Stress. In Kleingruppen erarbeiteten die Schüler persönliche Lösungsstrategien. Besonders beeindruckend für die Klasse war die bisher unbekannte Taucheratmung, die in belastenden Situationen auch an Land helfen kann.
Bei einem interaktiven Vortrag von einer Expertin der Hochschule Mainz erhielten die Schüler Einblicke in die Geschichte, Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig erlebten sie zum ersten Mal den Vorlesungsstil an einer Hochschule.
Die Vielfalt der in Mainz heimisch gewordenen Flora lernten die Schüler beim Modul des Naturhistorischen Museums kennen. So bestimmten sie anhand typischer Merkmale verschiedene Bäume in der Umgebung. Auch zur Fauna konnte die Gruppe spontan Fragen stellen und sich beruhigen lassen, dass eine Begegnung mit einem Wildschwein nicht gefährlich sei.
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Translations-, Sprach und Kulturwissenschaften) zeigte unter Leitung einer Türkisch-Dozentin, dass es möglich ist, in 45 Minuten erste Wörter einer Fremdsprache zu lernen.
Beim Besuch des Zeltes von Boehringer Ingelheim experimentierten die Schüler und bestimmten beispielsweise den pH-Wert von verschiedenen Getränken. Nebenbei konnten sie sich über Ausbildungsberufe im Labor des Pharma-Unternehmens informieren und erste Kontakte mit Azubis und Ausbildern knüpfen.
Noch tiefer in die Forschung stiegen Schüler des Beruflichen Gymnasiums ein. Das Lungenzentrum der Universitätsmedizin klärte sie auf, warum dieses Organ so wichtig ist. Neben fundierter Theorie gab es hier auch viel Praxis: Sprints mit immer kleiner werdenden Nudeln im Mund zum Luftholen ließen die Schüler am eigenen Leib spüren, welche Auswirkungen eine Beeinträchtigung der Lunge haben kann.
Besonders die Naturwissenschafts-Experten unter den Schülern kamen bei der Veranstaltung des Fraunhofer-Instituts für Mikrotechnik und Mikrosysteme auf ihre Kosten. Sie lernten, dass die Photochemie mit dem gezielten Einsatz von (UV-)Licht spannende Einsatzmöglichkeiten in der Zukunft birgt.
Einige Grundschulklassen blieben offensichtlich nur für ein oder zwei Veranstaltungen und suchten sich gezielt Inhalte, die zu einem bestimmten Schulfach passten. Die Lehrer der BBS 1 setzten eher auf den Ansatz, den Schülern eine breite Themenpalette zu bieten. Viele der Klassen nutzten deshalb das zusätzliche Bühnenprogramm. Institutionen wie die Bundesbank präsentierten dort sich und ihre Arbeit. Zudem gab es Musik und ein Podiumsgespräch mit zwei rheinland-pfälzischen Fach-Politikern. Bildungsminister Sven Teuber wies im lockeren Dialog mit dem Moderator auf die Chancen von technischen Errungenschaften hin, betonte aber gleichzeitig, dass man den richtigen Umgang damit lernen müsse. Wissenschaftsminister Clemens Hoch erklärte, dass Weltoffenheit und Toleranz in Forschung, Politik und Alltag unerlässlich seien.
Ein Vertreter der BBS 1 brauchte den Tag aus Schülersicht auf den Punkt: „ Ich habe viel Neues gelernt und es war eine gute Abwechslung zum Unterricht.“
Von: Carsten Mey