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Automatisierungstechnik: Mal in praktischer Anwendung

01.06.2026

In den letzten zwei Wochen besuchten wir Auszubildenden zum Elektroniker im Bereich Automatisierungstechnik aus dem zweiten Lehrjahr das Technikmuseum in Speyer, die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden und Essity. Die Einblicke, die wir dort gewinnen konnten, waren sehr interessant. Deshalb möchten wir die Gelegenheit nutzen und kurz von unseren Erfahrungen berichten.

Technikmuseum Speyer

Am 21. Mai besuchten wir zunächst das Technikmuseum. Dort waren die verschiedensten historischen und technischen Fahrzeuge zu sehen. Wir konnten alte Löschfahrzeuge, Rennwagen, Motorräder, U-Boote, Züge, Schiffe und sogar Flugzeuge bestaunen. 
 
Die Flugzeuge waren betretbar und an manchen Stellen von der Innenverkleidung befreit worden, sodass man das Innenleben, also die ganzen Verkabelungen und technischen Komponenten, sowie den Flugzeugrahmen besichtigen konnte. 
 
Auch die bekannte Raumfahrtausstellung des Museums besuchten wir. Dort waren zu jeder Apollomission ausführliche Informationen zu finden. Besonders sehenswert waren auch die Raumfähre Buran, die man teilweise betreten konnte, sowie eine echte russische Landekapsel und die in Originalgröße nachgebauten Modelle der verschiedenen Raumfahrtmodule. 

Kraftwerke Mainz-Wiesbaden

Am 28. Mai besuchten wir dann die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden. Diese sind der Hauptstromproduzent im Raum Mainz und Wiesbaden. Dort bekamen wir eine Führung durch das Müllheizkraftwerk. Dieses unterteilt sich in drei Hauptbereiche: die Müllanlieferung, die Müllverbrennung und die Abgasreinigung. 
 
Wir durften zunächst die Müllanlieferung besichtigen. In der Anlieferungshalle konnten wir beobachten, wie Müllfahrzeuge ihre Ladung in den Müllbunker entluden. Dieser hatte eine Krankanzel, von der aus riesige Greifer zum Verlagern des Mülls gesteuert wurden. Wir durften den Kranfahrern beim Transportieren des abgeladenen Mülls zuschauen und einige von uns durften unter dessen Aufsicht sogar selbst einmal einen Greifer steuern. 

Anschließend wurde uns die Verbrennung des Mülls selbst gezeigt. In insgesamt drei Kesseln wurde der von den Kranfahrern aufgelegte Müll verbrannt. Durch kleine Luken konnten wir den brennenden Müll beobachten. Die Asche und Überreste der Verbrennung wurden in LKWs verladen und an andere Firmen, diese Überreste im Straßenbau oder zum Wiederauffüllen von Abbaugebieten verwendeten, verkauft.

Essity

Noch am selben Tag besuchten wir die Firma Essity, die am Standort Mainz-Kostheim aus Altpapier Wischtücher für den industriellen Einsatz herstellte. Dazu nutzeten sie mehrere riesige Papiermaschinen, die durch verschiedene Prozesse das alte Papier wieder zu neuem Papier für die firmeneigenen Reinigungsprodukte aufbereiteten. 
 
Nach einer kurzen Unternehmenspräsentation bekamen wir eine Führung durch eine der Produktionshallen. Zunächst konnten wir beobachten, wie das angelieferte Altpapier aufgeweicht und dann von allen für den Prozess unbrauchbaren Fremdstoffen getrennt wurde. Diese Stoffe wurden gesammelt und anderen Firmen zur Weiterverarbeitung verkauft. 

Im nächsten Schritt wurde der Papiersud gereinigt, gefärbt und mit den benötigten Zusatzstoffen versetzt. In der Papiermaschine wurde dem nun aufbereiteten Papiersud dann das Wasser entzogen. Über lange heiße Walzen erhielt es dann seine charakteristische Form. Das so entstandene Papier wurde dann auf riesigen Rollen aufgewickelt und zur Weiterverarbeitung transportiert. 
 
Alle Ausflüge zeigten uns praktische Anwendungen der Automatisierungstechnik. Keine dieser Anlagen könnte ohne die Verwendung von Sensoren, Steuerungen und Automatisierungssystemen mit so wenigen Bedienern so effizient betrieben werden. Es war faszinierend zu sehen, welchen Beitrag unser Beruf in den unterschiedlichsten Bereichen der Industrie leistet und wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten moderner Automatisierungstechnik sind. 

Von:
Abbas Khan und Tabea Schweitzer;
Fotos:
Alina Mitiev und
Abbas Khan (Schülerinnen und Schüler der EIA24)